Das Wunder der Vergebung

Wir alle reden von Verzeihen und Vergeben, doch so richtig weiß kaum einer, was genau damit gemeint ist, geschweige denn, welch ungeahnte Kraft darin liegt.

Lass uns einen Blick auf dieses machtvolle Werkzeug werfen und sehen, wie du es einfach und schnell für deine eigene Heilung nutzen kannst.

 

 

Als Heiler werde ich oft um Rat gefragt und häufig lautet meine Antwort: "Vergebe."

 

Stille. 

 

Dann, nach einiger Zeit: "Hm, vielleicht hast du recht. Aber, wie mache ich das? Kann ich einfach so vergeben?"

 

In diesen Momenten beginne ich innerlich zu strahlen, denn es liegt Heilung in der Luft.

Also werfen wir mal einen Blick auf die Vergebung.

 

 

Was bedeutet Vergeben?

 

Im Deutschen haben wir (anders als in den meisten anderen Sprachen) zwei Worte dafür:

Vergeben und Verzeihen.

Wir verwenden sie synonym, aber sie helfen uns, etwas genauer zu erkennen, worum es bei der Vergebung geht.

 

 

Beginnen wir mit Verzeihen.

 

Verzeihen hängt mit dem Wort verzichten zusammen. Ok, das klingt erstmal nach Verlust.

Aber worauf verzichten wir?

 

Wir verzichten darauf, Recht zu haben, auf eine "höhere Gerechtigkeit", auf Wiedergutmachung, auf Bestrafung der Schuldigen, die uns unserer Meinung nach zusteht.

 

Anders ausgedrückt, akzeptieren wir die Dinge, wie sie im Moment sind und verzichten darauf, die Welt anders haben zu wollen. Das heißt nicht, dass wir das toll finden oder es in Zukunft so weiterlaufen lassen zu müssen.

 

Nur akzeptieren wir, dass uns dieses oder jenes zugestoßen ist oder angetan wurde und den Schmerz, die Trauer, die Wut etc., die wir empfinden. Eben, dass die Situation ist, wie sie gerade ist.

 

Nun, genau genommen, akzeptieren wir die Situation, wie sie für uns zu sein scheint, denn wir sehen die Welt immer nur durch unsere Brille aus Erfahrungen, Glaubenssätzen, Gewohnheiten, Gefühlen usw. Die Situation, wie sie sich wirklich darstellt, sehen wir nicht. Wir nicht und auch unserer Gegenüber nicht. Niemand kann wirklich ein "absolut faires" Urteil fällen. Aber dazu ein anderes Mal mehr...

 

 

Kommen wir nun zum Vergeben.

 

Im Wort Vergeben steckt das Wort geben und das trifft den Punkt.

 

Wir geben im Voraus, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, Liebe für den anderen, für die Situation, für uns.

 

Und wir geben das Ganze an eine höhere Macht, im Vertrauen, dass diese höhere Weisheit schon das richtige damit machen wird.

Wir geben also unseren Schmerz, unser Gefühl für Gerechtigkeit, unsere Ohnmacht an Gott, Jesus, den Heiligen Geist, das Universum, die Engel, unseren Schutzengel - das, was für dich am besten diese höhere Wahrheit und Liebe repräsentiert.

 

Sprich: Wir lassen los und geben uns Gott, dieser höchsten Liebe und Wahrheit hin.

 

In diesem Moment geschieht etwas (buchstäblich) wundervolles.

Der Schmerz, der mit der Situation in uns verbunden war, löst sich auf und tiefer Frieden breitet sich in uns aus.

 

Dummerweise sind sowohl das Akzeptieren als auch das Loslassen etwas, mit dem sich unser unbewusster (und manchmal auch bewusster) Verstand sehr schwer tut. Denn wir beurteilen Vergebung in der Regel als Verlust (meines Anspruchs auf Wiedergutmachung) und Niederlage (ich bin selbst nicht in der Lage das zu lösen sondern auf etwas höheres angewiesen). Beides Dinge, die unser Ego rigoros ablehnt.

 

Hin und wieder bekomme ich auf meinen Vorschlag zu vergeben die Antwort: "Solange der  sich nicht entschuldigt, verdient er es nicht, dass ich ihm vergebe."

Das zeigt ganz deutlich diese Einschätzung.

 

Wenn wir uns aber das Wesen der Vergebung ansehen, stellen wir fest, dass die Vergebung eigentlich eine ziemlich egoistische Angelegenheit ist. Denn der größte Nutznießer sind wir selbst, da wir danach weniger Leid und mehr Frieden in uns tragen. Und wer will das nicht? :)

 

Dass auch der andere wundervollerweise dadurch Heilung erfährt, können wir ja erstmal ausblenden. ;)

 

Soweit so schön. Jetzt wissen wir also, was Vergeben bedeutet und was dazu notwendig ist.

Nur, wie mache ich das jetzt genau?

 

 

Einfach vergeben

 

Es gibt viele Methoden, die versuchen mit verschieden Techniken diese beiden Punkte zu erfüllen. Die meisten sind meiner Erfahrung nach recht aufwendig und zeitraubend, was sie für den Alltagsgebrauch eher ungeeignet macht.

 

Eine einfache und schnelle Möglichkeit, etwas zu akzeptieren und loszulassen möchte ich dir hier vorstellen. Es gibt auch noch zwei andere Methoden, oder besser Denkschulen, die ich sehr schätze und die wesentlich tiefer gehen und daher nach einiger Übung eine sehr viel umfassendere Wirkung haben. Auf diese werde ich hier im Blog demnächst näher eingehen.

 

 

Doch jetzt erstmal zu einer einfachen Umsetzung der Punkte Akzeptieren und Loslassen.

 

1. Formuliere einen Satz, der das Problem und deine Gefühle damit kurz beschreibt. Dies machst du im Stillen für dich. Es geht hierbei nicht darum, ein Problem in der Welt zu lösen.

 

Bsp.: "Seine / Ihre ständigen Vorwürfe tun mir sehr weh / belasten mich sehr. Ich fühle mich ungerecht behandelt und komme mit dem Ärger meines Partners / meiner Partnerin nicht klar."

 

-> Damit akzeptierst du die Situation und was sie in dir auslöst.

 

 

2. Wende dich an dein höheres Selbst / deinen Schutzengel / Gott / etc. und bitte darum, es in dir aufzulösen. Du kannst dir vorstellen, wie du das Problem den Engeln überreichst, im Lichtstrom auflöst oder du gibst dich einfach der höheren Weisheit hin.

Bsp.: "Mein lieber Schutzengel, wie kann ich das in mir lösen / heilen." Oder: "Lieber Gott, ich bitte um Heilung all dessen in mir."

 

-> Du gibst die Lösung für das Problem an eine höhere, göttliche Instanz und vertraust auf deren Wirken.

 

 

3. Gehe diese beiden Schritte immer wieder durch, bis du eine deutliche Erleichterung verspürst.

 

 

Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen, dass diese Methode (genau wie die meisten anderen) nur dann funktioniert, wenn du in deinem Unterbewusstsein ein gewisses Maß an Vertrauen in Gott oder eine höhere, liebende Instanz trägst. Solange die (unbewusste) Angst in dir überwiegt, ist die Wirkung sehr gering.

 

Gleiches gilt, wenn der Schmerz oder Groll zu groß ist, um dem anderen Vergebung "zu gönnen". Das mag bei bestimmten Themen der Fall sein, selbst wenn du schon gute Erfahrung mit der Vergebung gemacht hast.

 

 

Wenn der Groll noch dermaßen stark ist, mag eine kleine Vorübung helfen, ihn abzumildern.

 

Bevor du mit Punkt 1 beginnst, benenne alles, was du dem anderen verübelst: "Ich nehme dir übel, dass...".

 

Nach einigen Sätzen wirst du vermutlich feststellen, dass dein Groll schwächer wird. Dann bist du bereit für die Vergebungsübung.

 

 

Lass dir helfen

 

Doch auch mit dieser Übung mag  es in einigen Fällen Hilfe von Außen brauchen, um ein Thema aufzulösen.

 

Mir hilft dann am besten das energetische Engelsalz der Vergebung, das die entsprechenden Blockaden und Traumata einfach auflöst oder eine Heilmeditation, in der ich mich bewusst in die Obhut meiner Engelbegleiter begebe und ihre Hilfe empfange.

Und ab und zu wende ich mich an einen Heiler, der mir hilft, zu einem bestimmten Thema in die Liebe zu kommen.

 

Was auch immer für dich der beste Weg ist, ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg beim Vergeben und tiefen inneren Frieden.

 

Alles Liebe,

Sebastian

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